Österreichisch – Thailändische Gesellschaft

GESCHICHTE

Österreich – Thailand  Eine gelebte Freundschaft seit Jahrhunderten.

Der erste bekannte Kontakt liegt bereits über 386 Jahre zurück.

Bereits im Jahr 1624 verbrachte der erste österreichische (unfreiwillige) Weltumsegler

Christoph Carl Fernberger einige Monate im damaligen Königreich Bethanien (lag im heutigen Südthailand, ungefähr bei der Stadt Pattani).

Als ehemaliger Soldat im 30-jährigen Krieg trat er in den Dienst der dortigen Königin und sollte, laut Überlieferung, von dieser zu einem ihrer zahlreichen Ehemänner gemacht werden…….

Der Beginn bilateraler Beziehungen:

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und Siam begannen im Jahre 1865 während der Herrschaft von König Mongkut (Rama IV) und Kaiser Franz Joseph I. Der erste österreichische Konsul war Herr Alexius Redlich. Zwei Jahre später entsandte Kaiser Franz Joseph I. eine Gesandtschaft nach Siam während der Herrschaft von König Chulalongkorn (Rama V). Somit war Österreich das erste europäische Land, das die freundschaftliche, hochrangige Beziehung mit Siam offiziell etablierte und bestärkte. Der Vertrag über Freundschaft, Handel und Seefahrt zwischen den beiden Ländern wurde am 17. Mai 1869 unterzeichnet. Mom Chao Parutsadang, der Repräsentant des Königs, überreichte dem Kaiser Franz Joseph I. am 1. Februar 1883 seine Ernennungsurkunde.

Durch zahlreiche Staatsbesuche durch König Chulalongkorn wurden die bilateralen Beziehungen vertieft und bestärkt. Beim Österreichbesuch Seiner Majestät vom 17. bis 26.

Juni 1897 fuhr der König zuerst nach Tirol, Innsbruck und dann nach Wien. König Chulalongkorn beschrieb die wunderschöne Landschaft Österreichs in seinen Briefen an die

Königin. Während seines Aufenthaltes besuchte seine Majestät die Kaiservilla, die Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph I. und machte Ausflüge nach Hallstatt, Gmunden und Ebensee. König Chulalongkorn verließ Bad Ischl und fuhr mit dem Sonderzug nach Wien. Während seines Besuches in Wien vom 22. bis 26. Juni 1897 empfing der Kaiser

Franz Joseph den König Chulalongkorn mit militärischen Ehren in Schloss Schönbrunn. Seine Majestät besuchte wichtige Sehenswürdigkeiten in Wien, wie z. B. das Naturhistorische Museum, das Kunsthistorische Museum, die Oper, die Spanische Hofreitschule und den Kahlenberg. Nach dem Besuch schenkte ihm der Kaiser einen Lipizzaner, welcher mit dem Schiff nach Siam transportiert wurde.

 

Die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen und der Besuch von König Bhumibol

(Rama IX) und Königin Sirikit in Österreich

Die diplomatischen Beziehungen wurden nach dem zweiten Weltkrieg am 2. Juli 1953 offiziell etabliert. Die österreichische Bundesregierung eröffnete eine Botschaft in Thailand noch im selben Jahr. Mit der Eröffnung der Königlich Thailändischen Botschaft in Wien im folgenden Jahre vollzog sich die Anhebung der Beziehung auf Botschaftsebene. Brigadier

Chatchai Choonhavan war der erste thailändische Botschafter in Wien. Ein Jahr später lud der damalige Bundespräsident von Österreich, Dr. Adolf Schärf, Ihre Majestäten König Bhumibol und Königin Sirikit zu einem Staatsbesuch in Österreich vom 29. September bis 5. Oktober 1964 ein. Ihre Majestäten besuchten die Sehenswürdigkeiten in Wien wie beispielsweise den Stephansdom, die Schatzkammer, das SOS Kinderdorf, die Spanische Hofreitschule, die Hofburg und das Rathaus. Ihre Majestäten besuchten auch einen internationalen Stahlindustriekonzern in Linz. Außerdem besuchten Ihre Majestäten ein Konzert, wo ihnen

Mozarts “Die Hochzeit des Figaro” vorgespielt wurde. Anschließend fand das Staatsbankett statt und zwar in derselben Lokalität, wo 67 Jahre davor zum Besuch des Ramas V. der offizielle Höhepunkt gefeiert worden war. Später verließen Ihre Majestäten Wien und nahmen

einen Sonderzug nach Salzburg. Dieser Besuch Österreichs ist der Bevölkerung bis zum heutigen Tag in guter Erinnerung erhalten.

Als krönender Abschluss des Österreichbesuches Ihrer Majestäten fand ein Konzert der Wiener Philharmoniker im Goldenen Saal des Wiener Musikverein mit den Kompositionen seiner Majestät des König, z. B. “Kinari Suite”, “Falling Rain”, “Love at Sundown”, “Royal Marines March” and “Royal Guards March” statt. Das Konzert wurde in der ganzen Republik ausgestrahlt. Am 5. Oktober 1964 wurde König Bhumibol als 23. Ehrenmitglied des im Jahre 1817 gegründeten Instituts für Musik und darstellende Kunst, heute Universität für Musik und darstellende Kunst, aufgenommen. Sein Name “Bhumibol Adulyadej” wurde in die Marmorplatte im Institut eingraviert. Der Präsident des Instituts erkannte in seiner Festrede an, dass Seine Majestät in seinen Kompositionen westliche und östliche musikalische Elementen harmonisch kombinierte, und mit zahlreichen Werken trotz seines damaligen Alters von 37 Jahren sein außerordentliches musikalisches Talent bewies. Somit ist der König das jüngste Mitglied und der erste asiatische Komponist überhaupt, dem diese Ehre zu teil wurde. Die zahlreichen Besuche auf allen Ebenen führten zur weitreichenden Entwicklung der bilateralen Beziehungen und zur Kooperation im Bereich Kultur, Bildung und Handel zwischen Thailand und Österreich bis heute.